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SAGEN

aus dem Fichtelgebirge

 

 

 

 

 

Dr.-Franz-Bogner-Grundschule Selb

Klasse 4a

Inhalt

Vorwort

Der große Fisch von Weißenbach

Der Selber Bahnhofsgeist

Das verlassene Haus

Der Riesenfisch

Die Sage vom Schneeberg

Die verzauberte Schlangenprinzessin

Das verlassene Hochhaus

Die Perlseebrücke

Das Haus der Zwillingsschwestern

Die verschwundenen Fußballer

Die Sage vom Goldberg

Der schiefe Baum in der Hutschenreuther-Straße

Das verlassene Haus bei Längenau

Die Blase

 

 

 

 

 

 

Liebe Kinder, liebe Eltern, liebe Kollegen,

 

Geschichten, Märchen und Sagen haben auch im 21. Jahrhundert nichts von ihrer Faszination verloren. Auf den Bestsellerlisten des Buchhandels sind Vertreter dieses Genres in regelmäßigen Abständen ganz oben zu finden, und dies nicht allein im Bereich der Kinder- und Jugendliteratur. Offenbar sehnen sich Menschen jeden Alters danach, dem strukturierten, hoch technisierten und oft auch komplexen Alltag zu entfliehen und in eine Welt einzutauchen, in der Gut und Böse einfach voneinander zu trennen sind und Letzteres meist unterliegt.

Bei der Befriedigung dieses archaischen Bedürfnisses kommt der Sage eine wichtige Funktion zu, da sie Teile der Realität mit der Fiktion verbindet. Sie stellt gleichsam eine Brücke zwischen zwei Welten dar, deren Pfeiler fest in beiden Bereichen verankert ist. Diese interessante Vermittlerrolle zwischen Glaubwürdigkeit und Fantasie zeichnet die Beliebtheit der Sage auch in heutiger Zeit aus.

Grund genug also, sich auch im Unterricht der Grundschule mit diesem Thema zu beschäftigen und (einen Schritt weiter gehend) selbst Sagen zu erfinden. In seinem Buch „Grammatik der Phantasie“ weist Gianni Rodari auf die Struktur hin, die jeder Geschichte innewohnt, und anhand derer sich selbst erfundene Erzählungen orientieren können. Nach der Lektüre zahlreicher bekannter Sagen haben wir folgenden „Bauplan“ erarbeiten können:

  • Eine Sage beginnt immer mit der Überschrift, in dem der sagenhafte Ort oder Gegenstand vorkommt.
  • Am Anfang wird der Gegenstand der Sage in der Zeitstufe Gegenwart genau und wirklichkeitsgetreu beschrieben, um der Geschichte Authentizität zu verleihen.
  • Es folgt die Hinführung zum Ereignis. Wie lebten die Menschen damals, als das besondere Ereignis eintraf? Wir gleiten in diesem Abschnitt allmählich in die Fiktion und wechseln in die Zeitstufe der 1.Vergangenheit.
  • Das Unnatürliche tritt ein. Oft vergeht sich ein Bösewicht an (damals) gültigen Wertvorstellungen und wird bestraft. Das Ergebnis dieser Handlung ist der Gegenstand der Sage.
  • Schließlich kehren wir wieder in die Gegenwart (und damit auf den sicheren Boden der Realität) zurück. Es folgt eine Deutung und eine Wertung des Ereignisses.

In unseren Geschichten haben wir versucht, diesem Bauplan zu folgen. Wie Sie sicher merken werden, ist uns dies nicht immer in voller Konsequenz gelungen. Dies wird aber Ihrem Lesevergnügen bestimmt keinen Abbruch machen.

Vielmehr würden wir uns wünschen, Sie dazu motiviert zu haben, selbst zu Papier und Feder zu greifen und Ihre eigene Sage zu erfinden. Sie werden erstaunt sein, auf welche merkwürdige und erklärungsbedürftige Dinge und Orte Sie in unserer Gegend stoßen werden.

Klasse 4a, Dr.-Franz-Bogner-Schule Selb mit Klassleiter Carsten Hentschel

Selb, im Juli 2016

 

 

Der große Fisch von Weißenbach (Paula Rahm)                                                     

In Oberweißenbach an der Grenze zur Stadt Selb ist ein Inselteich. In der Mitte des Teiches befindet sich eine Insel mit vielen Bäumen und Moos. Dort lebt seit mehreren Jahren in diesem kalten Wasser ein Waller. Noch keiner hat ihn bisher gesehen, außer dem alten Bauern Harald. Immer um 22:00 Uhr abends hört man ein lautes Schnalzen im Teich. Das Geräusch schallt durch das ganze Dorf.

Vor langer Zeit lebte in der Nähe des Teiches ein Mädchen namens Julia. Sie hatte einen Hund und  2 Hasen. Ihr Opa erzählte ihr jeden Sonntag bei Kaffee und Kuchen, wie es  früher auf der Insel aussah. „Es war auf der Insel eine Ruine. Sie hieß Weiße Ruine, man nannte sie auch Turmhügel", erklärte ihr Opa.

An einem heißen Augusttag fuhr Julia mit ihrer Freundin Emma auf diese Insel. Sie hatten sehr viel Spaß und wiederholten das mehrere Tage. Mal fuhren sie herum, mal spielten sie auf der Insel und manchmal beobachteten sie die Vögel. Es war immer schön. Bis auf den einen Tag. An diesem Tag kam der Waller schon um 16:00 Uhr heraus.  Weil sie gerade angelten und alles ruhig war, erschraken sie stark. Vor lauter Schreck  vergaßen sie, ihr Boot anzubinden und dann stieß es der Waller um. Es trieb weg.

Die zwei Kinder hatten schreckliche Angst. Doch da kam der nette, alte Bauer Harald. Er nahm das Boot und ruderte zur Insel, um die Kinder zu retten. Er nahm die Kinder mit an Bord und fuhr mit ihnen zurück an Land. Der Bauer wollte den Waller nach diesem Erlebnis fangen.

Doch niemand weiß, ob er es geschafft hat, aber Julias Angel liegt heute noch auf der großen Insel des Insel Teiches.
 

 

 

 

Der Selber Bahnhofsgeist (Valeria Scheiermann)

Der Selber Bahnhof liegt in der Bahnhofstraße. Das Gebäude ist leicht rosa mit vielen Fenstern. Es steht zu Verkauf aber durch die Fenster erkennt man, dass es bewohnt ist.

Vor langer Zeit stand der Bahnhof schon. Am Samstag, den 11. Mai passierte es.  Ein Mann warf eine ältere Dame auf die Bahnschienen. Er begann ein Verbrechen. Die Frau hatte Pech, denn in dem Moment kam ein Zug. Als die Polizei am Tatort ankam, nahm sie ihn sofort fest. Der Bahnhof steht heute noch an derselben Stelle. Deshalb glauben einige, den Geist der alten Frau immer am 11. Mai dort spuken zu sehen.

 

 

 

 

Das verlassene Haus (Theresia Reinke)

Geht man von der Gabelsbergerstraße in Richtung Vielitz stößt man rechts an einer Ecke auf ein altes Haus. Es ist nicht sehr groß. Es gibt nur zwei Räume, in denen sich das ganze Leben einer Familie abspielt. Die Fenster sind sehr klein und es gibt nur zwei große Betten, einen großen Tisch mit vier alten Stühlen, Holzgeschirr, eine gebastelte Strohpuppe und ein Holzauto.

Jeden Abend ging die Familie um 22 Uhr in ein Wirtshaus, um zu arbeiten. Immer erst am frühen Morgen waren sie mit der Arbeit fertig. Und das für nur ein paar Taler. Sie waren sehr arm und brauchten daher jedes Geldstück, um zu überleben.

Die Tage vergingen und es wurde Herbst. Die Blätter wurden bunter und die hellen Tage kürzer. Die Stürme und Gewitter nahmen zu. Die Kälte kroch der Familie bis in die Knochen.

Eines Tages gab es ein starkes Unwetter. Es blitzte und donnerte wie verrückt. Die Familie war im Haus und hatte große Angst. Denn so ein Unwetter hatten sie noch nie erlebt. Mit einem Mal schlug der Blitz ein. Das ganze Dach fing an zu brennen. Es gab zu der Zeit noch keine Möglichkeit, das Feuer zu löschen. Das ganze Haus wurde zerstört, nur die Steinmauern blieben stehen. Die Familie war verschwunden. Keiner sah sie jemals wieder.

Was mit ihnen passiert ist, weiß keiner, bis heute. Nur die Mauern lassen erahnen, dass da eine Familie lebte. Später fand man in den Steinen eingebrannte Namen. Noch bis heute kann man die Stimmen und ihre Schreie hören, wenn ein Unwetter tobt.

 

 

 

 

 

Der Riesenfisch (Jolina Ragányi)

Von einer Landstraße bei Höchstädt, in der Nähe von Witzlebensmühle, etwa einen Kilometer entfernt liegt ein großer Weiher. Eigentlich ist dieses Gewässer ein Badeweiher, aber niemand will dort baden, weil dort ein riesiger Fisch sein Unwesen treiben soll. Er ist mehr als fünf Meter lang und seine Schuppen glänzen golden. Seit mehr als 1000 Jahren bewacht der Riesenfisch einen Schatz.

Vor langer, langer Zeit waren die beiden Piraten Karl und Charles auf der Flucht, weil sie einen Schatz gestohlen haben. Dieser war so wertvoll, dass ein Duzend Wachen darauf aufgepasst hatten. Als die Diebe an den Weiher kamen, entdeckten sie ein kleines Boot. Sie stiegen hinein. Aber das Boot kam nur bis zur Mitte, weil es ein Loch hatte. Während der Kahn zu sinken begann, schmissen die Piraten den Schatz wütend ins Wasser. Auf einmal ertönte ein ohrenbetäubender Donner und ein greller Blitz zuckte vom Himmel. Karl, der Anführer der beiden Diebe, verwandelte sich in einen riesigen Fisch.

Diesen Weiher und den Fisch gibt es auch heute noch.

 

 

 

Die Sage vom Schneeberg (Nicole Arinin)

Im Fichtelgebirge gibt es einen Berg, der Schneeberg genannt wird. Auch im Sommer liegt an einigen Stellen dieses Berges Schnee.

Eines Tages machte sich ein Mädchen namens Fiona auf den Weg zum Berg, weil sie es spannend fand. Sie war erstaunt, als sie in der Nähe des Gipfels ein verlassenes, altes Haus fand. Sie ging vorsichtig herein und flüsterte leise: „Hallo?“ Sie war nicht allein. Eine alte Frau saß auf einem Schaukelstuhl mit geschlossenen Augen. Fiona erschrak. Plötzlich bewegte sich der Stuhl und die Frau wachte auf.  „Was machst du hier?“, krächzte sie unfreundlich. „Geh weg! Ich muss auf den Schnee aufpassen.“ Das Mädchen zitterte und rannte nach Hause. Dort erzählte sie ihr Abenteuer ihrer Mama und ihren Freundinnen.

Seitdem liegt auf dem Schneeberg im Sommer kein Schnee mehr.

 

 

 

 

Die verzauberte Schlangenprinzessin (Angelina Hofmann)

Auf der Sonnenseite von Neukirchen gab es einen großen, alten Bauernhof. Das Anwesen liegt auf einem Berg. Zwei verfallene Scheunen stehen direkt daneben.

Dort lebte vor langer Zeit der arme Bauer Louis mit seiner Frau Larissa. Eines Tages, als Louis gerade beim Melken war, kam eine Schlange mit einer kleinen Krone auf dem Kopf in den Stall. Der Bauer erschrak so sehr, dass er alles stehen ließ und ins Haus lief. Er erzählte seiner Frau davon. Larissa aber war neugierig und wollte die Schlange sehen. Sie fürchtete sich nicht.

Am nächsten Tag kroch die Schlange bereits vor die Haustür. Sie zischte: „SSSSSS. Bitte krieg ich Milch. Ich habe solchen Durst.“ Louis erschien und vertrieb das Tier. Das Gleiche geschah auch am folgenden Tag.  An einem Sonntag war die Schlange wieder vor der Tür und bettelte. Dieses Mal ging Larissa in die Küche und holte eine kleine Schale voll Milch. Die Schlange schleckte alles auf. So ging es dann einige Wochen.

Eines Tages aber bat die Schlange Larissa: „Nimm mich auf den Arm und trage mich in den Stall zurück. Setz mich auf den Traktor! Ich werde dich reich belohnen.“ Die Bäuerin tat, worum sie die Schlange gebeten hatte. Plötzlich verwandelte sich das Tier in eine wunderschöne Prinzessin. Sie sagte: „Du hast mich erlöst!“ Die Prinzessin bedankte sich mit einem großen Sack voller Gold. Von nun an waren Louis und Larissa reich.

Der Bauernhof ist seit diesem Ereignis der schönste in der ganzen Gegend.

 

 

 

 

Das verlassene Hochhaus (Gerhard Fraas)

In Selb am Vorwerk steht ein Hochhaus. Es hat 13 Wohnungen und ist verlassen. Die Scheiben sind eingeschlagen und die Wände sind schmutzig.

Früher wohnten dort viele Menschen. In den zwölf Wohnungen lebten normale Familien. In der dreizehnten Wohnung aber hauste ein verrückter, alter Mann. Er sammelte jeden Tag haufenweise Glasflaschen. Als seine Wohnung zu klein wurde, legte er die Flaschen im Keller und im Treppenhaus ab. Die Kinder der anderen zwölf Familien stießen aber immer wieder Flaschen um. Sie zerbrachen mit einem lauten Klirren. Vor lauter Wut darüber sperrte der Verrückte die Kinder in den Kohlenkeller. Als die Eltern ihre Kinder wieder fanden, waren sie so wütend, dass sie den Mann selbst in den Keller sperrten. Am nächsten Tag aber war der Mann verschwunden.

Dieses Haus gibt es aber heute noch

 

 

 

 

Die Perlseebrücke (Jan Heindl)

Im Bayerischen Wald gibt es einen Campingplatz, der genau am Perlsee liegt. Wenn man dort spazieren geht, kommt man an eine alte, morsche Brücke. An manchen Tagen findet der einsame Wanderer zwei kleine brennende Kerzen auf beiden Seiten der Brücke. 

Die Einheimischen erzählen sich, dass der Geist eines gewissen Christoph Junker täglich diese Kerzen aufstellt. Dieser lebte vor vielen Jahren am Ufer des Perlsees. Eines Tages ging seine Tochter zum Einkaufen in den nahen Ort. Seitdem wurde sie nie mehr gesehen. Der arme Vater hielt von diesen Tag an immer um Mitternacht auf der Brücke Ausschau nach seiner Tochter. Damit sie ihren Heimweg wieder finde, stellte er zwei Lichter auf. Doch die Tochter kam nicht zurück. Vor lauter Kummer über diesen Verlust nahm sich Junker schließlich an der Brücke das Leben.

Seit diesem Tag sagt man sich, dass man immer zu seinem Todestag dort ein Licht brennen sieht.

 

 

 

 

 

Das Haus der Zwillingsschwestern (Angelina Reinsch)

 

Auf einem verlassenen Grundstück in Stopfersfurth steht schon seit vielen Jahren ein verlassenes Haus. Die Kinder des Ortes meiden diesen düsteren Ort. Sie finden das Haus gruselig mit den großen Bäumen, die alles in finstere Schatten werfen. Es sollen dort auch Geister spuken. Jedes Jahr am 31. Oktober zu Halloween treiben sie ihr Unwesen.

Vor langer Zeit wohnten in diesem Haus Zwillingsschwestern, beide mit einer riesigen Nase und einer großen Warze.  Die Kinder freuten sich schon das ganze Jahr darauf, die alten Schwestern zu veräppeln. Als der Tag kam, gingen sie,  um Süßer oder Saures zu holen. Man hörte sie schon von weiten rufen: „Heute gehen wie wieder zu den  Hexen!“ Doch an diesem Tag war alles anders. Es war richtig düster, neblig und die alten grusligen Bäume warfen riesige, große, schaurige Schatten auf das alte Haus. Die Kinder gingen zur Tür und klopften, doch es machte keiner auf. Auf einmal pfiff der Wind durch das Laub und man hörte seltsame Stimmen. Die Kinder rannten so schnell, wie sie konnten. Nie wieder gingen die Kinder zu diesem alten Haus.

Ob die beiden seltsamen Schwestern noch leben, weiß man nicht. Denn niemand traut sich seit diesem Tag in die Nähe des verlassenen Hauses, das immer noch am Waldrand steht.

 

 

 

 

Die verschwundenen Fußballer (Abdurrahman Fidan)

In der Schönwalder Straße in Selb steht ein altes, zerfallenes Haus, in dem schon lange niemand mehr zu wohnen scheint. Obwohl man nie Jemanden sieht, sind jeden Abend seltsame Geräusche und Stimmen aus ihm zu hören.

Vor langer Zeit soll in diesem Haus eine Familie mit sieben Kindern gelebt haben. Die Kinder spielten den ganzen lieben Tag lang Fußball, egal welches Wetter war. An einem warmen Tag im Juni spielten sie wieder. Gegen Abend zog auf einmal ein Gewitter auf. Der Himmel wurde so dunkel, als ob die Nacht gleich anbrechen würde. Der wind wurde immer stärker und es begann heftig zu regnen. Die Kinder rannten wild durcheinander und suchten Unterschlupf im Haus. Drei fanden ein Versteck unter dem Bett, einige aber waren noch draußen. Plötzlich schlug der Blitz in das Haus ein, gefolgt von einem ohrenbetäubenden Donnerschlag. Am nächsten Tag war die Familie verschwunden.

Deswegen hört man in warmen Juninächten die Stimmen der ängstlichen Kinder.

 

 

 

 

 

Die Sage vom Goldberg (Lea Meißner)

In früherer Zeit wurde auf dem Goldberg wirklich Gold abgebaut. Es wurden tiefe Stollen in den Berg gegraben. Den Bergarbeitern wurde bei Todesstrafe verboten, etwas von dem Gold zu nehmen, denn es gehörte dem Markgrafen von Bayreuth. Eines Tages wollte der Sachsenherzog das Bergwerk besichtigen, denn er war sehr interessiert an Bergbau. Darum ließ er sich von einem jungen Bergarbeiter das Gold zeigen. Als Dank für diese nette Führung gab der Herzog ihm eine Handvoll Goldtaler. Der junge Bergarbeiter war nun reich und konnte sich alles kaufen, was sein Herz begehrte. Manche fanden das super, andere nicht und zeigten ihn sogar an. Der Richter befahl, ihn herzuholen, um ihn zu befragen. Der Junge sagte, dass er das Gold von einem Herzog bekommen habe, aber der Richter glaubte ihm nicht. Sie befragten sogar seine Mutter, aber sie sagte auch so aus. Den Herzog wollten sie gar nicht erst befragen und damit wurde der junge Bergarbeiter zum Tode verurteilt und hingerichtet. Seine Mutter war sehr verzweifelt über das Schicksal ihres Sohnes und verfluchte den Goldberg. Sie nahm einen Krug voll Mohnkörner, die sie dann in den Stollen schüttete. Der Berg soll solange verschlossen sein, wie Mohnkörner hinein gefallen sind. Danach fiel das Bergwerk in sich zusammen und das Gold wurde vernichtet. Der Goldberg behielt nur noch seinen Namen.

 

 

 

 

Der schiefe Baum in der Hutschenreuther-Straße (Carsten Hentschel)

Etwas oberhalb der Birkengasse befindet sich in einem Hinterhof in der Hutschenreuther-Straße eine Birke, die schief aus dem Boden zu wachsen scheint. Obwohl der Baum so schräg steht, dass er eigentlich umfallen müsste, hält er sich hier schon seit Jahrzehnten. Die Blätter aber haben eine seltsame weiß-silbrige Farbe.

Vor langer Zeit soll in diesem Hinterhof ein Gasthaus gewesen sein. Die dort feiernden Gäste waren für ihre Derbheit und Spielsucht bekannt. Fast jeden Abend spielten sie Schafkopf. Viele verspielten dabei ihren gesamten Wochenlohn, der immer in Silberstücken ausbezahlt wurde.

An einem Samstag im April verlor der Hutmacher Müller dort seinen gesamten Lohn. Er flehte seine Mitspieler an, ihm am nächsten Tag die Möglichkeit zu geben, sein Geld zurück zu gewinnen. Obwohl am heiligen Sonntag das Spielen verboten war, willigten die anderen ein. Es war ein dunkler, stürmischer Tag, aber die Kartenspieler kümmerten sich nicht und spielten los. Bis in die Kirche soll ihr Fluchen und Schimpfen zu hören gewesen sein. Am schlimmsten aber trieb es der Hutmacher Müller, der seinen Verlust vom Vortag zurück gewinnen wollte. Gerade als er mit einem gotteslästerischen Fluch seine Karte auf den Tisch warf, zuckte ein Blitz vom Himmel und schlug direkt neben die Kartenspieler in eine junge Birke ein. Vor Schreck ließen alle die Karten fallen und rannten schreiend nach Hause. Nur der Hutmacher Müller saß, mit vor Schreck ganz weiß gewordenen Haaren, wie versteinert am Tisch. Von diesem Tag an hat ihn keiner mehr in Selb oder in der näheren Umgebung mehr gesehen.

Die Birke steht aber heute noch so schief an der Stelle, an der sie der Blitz getroffen hatte. Ihre weißen, glänzenden Blätter erinnern an die verspielten Silberstücke und die Haare des Hutmachers.

 

 

 

 

Das verlassene Haus bei Längenau (Hannah Küttner)

Hinter einem hohen Feld bei Längenau befindet sich ein verlassenes Haus. Es ist nicht  besonders groß. Man fühlt sich dort sehr beobachtet, da es am Waldrand steht. Es hat einen Garten aber innen ist es ganz leer. Nicht mal einen Ofen gibt es dort.

Vor etwa 200 Jahren stand es noch zum Verkauf. Nur kein Mensch wollte es kaufen. Weil im nahen Wald blutrünstige Wölfe leben sollten. Öfter hatten diese Wölfe schon Menschen angegriffen. Man erzählte sich, dass sie Tollwut hatten. Manch einer glaubte auch an Werwölfe. 

An einem Sonntag im Januar spielten 3 Kinder in der Nähe des Hauses. Sie wussten nichts von diesen Ereignissen. Als ein Gewitter aufzog, suchten sie Schutz in dem Haus. Die Tür war nicht abgeschlossen. Als es an der Haustür rüttelte, bekamen sie Angst und gingen zur Tür hinaus. Es hagelte und es wehte ein starker Sturm, so dass das Haus hin und her schwankte. Sie rannten panisch in den Wald.  

Am nächsten Morgen suchten die Eltern ihre Kinder. Als sie die Tür des Hauses öffneten, kam ein Wolf mit fletschenden Zähnen heraus und jagte die Eltern in den stockdunklen Wald. Bis heute hat niemand mehr die Kinder und ihre Eltern gesehen. Man sagt, dass manchmal in stürmischen Vollmondnächten aus dem Hauses ein schauriges Heulen zu hören ist.

Das Haus steht noch genauso da wie damals. Es ist immer noch leer.

 

 

 

 

Die Blasen (Justin Miedl)

Vor langer, langer Zeit, entdeckte ein älterer Mann am Schwanenteich in Selb eine Ecke, in

der sich viele Luftblasen sammelten. Keiner glaubte ihm, denn wie es manchmal so ist, sah nur er sie.

Er vermutete, dass sich ein größeres Monster dort befand. Lange hatte er versucht, es herauszufinden, doch ohne Erfolg. Die Leute hielten ihn für verrückt aber sie machten von nun an einen großen Bogen um den Teich. Eines Tages lief eine Gruppe Schulkinder vorbei und genau in diesem Moment erschraken alle, denn eine riesige Flosse schlug ihnen Wasser entgegen. Nach mehreren Nachforschungen von Experten, stellte man fest, dass in einem Eck im Schwanenteich in Selb, sich eine riesige Familie Karpfen entwickelt hatte. Von da an fütterten alle die Karpfen und keiner hatte mehr Angst.

 

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